Die Draht-Lichtbogen-additive Fertigung (WAAM) ist in erster Linie für hohe Auftragsraten und die Herstellung von Metallgroßteilen konzipiert, nicht für präzise Endbearbeitung. Daher können WAAM-Bauteile im gebauten Zustand typischerweise keine engen Toleranzen direkt erreichen.
Hersteller, die mit einem professionellen 3D-Druck-Service arbeiten, verstehen, dass WAAM am besten für die Near-Net-Shape-Fertigung geeignet ist. Bei diesem Verfahren wird geschmolzenes Metall Schicht für Schicht mittels eines Lichtbogens aufgetragen, was natürlicherweise größere Raupenbreiten und breitere Wärmeeinflusszonen im Vergleich zu pulverbasierten Systemen erzeugt.
WAAM gehört zur Kategorie der gerichteten Energieabscheidung, bei der Material dynamisch hinzugefügt wird, anstatt es in feinen Schichten selektiv zu verschmelzen. Im Vergleich zur Pulverbettfusion oder zur Behälter-Photopolymerisation führt dies zu einer geringeren geometrischen Präzision, aber zu einer deutlich höheren Baugeschwindigkeit.
In modernen Fertigungsumgebungen wird WAAM oft zusammen mit Technologien wie der Materialstrangpresse und dem Binder-Jetting eingesetzt, um Kosten, Skalierbarkeit und Präzisionsanforderungen auszubalancieren.
Im Allgemeinen weisen WAAM-Bauteile Toleranzen im Millimeterbereich auf und nicht die Submillimeter- oder Mikrometer-Genauigkeit, die bei präzisen additiven oder subtraktiven Verfahren üblich ist.
Zu den Faktoren, die die WAAM-Genauigkeit beeinflussen, gehören die Raupenbreite, thermische Verformungen, Eigenspannungen und Schwankungen der Schichthöhe. Da das Verfahren einen erheblichen Wärmeeintrag beinhaltet, kann die Maßhaltigkeit durch Abkühlraten und die Bauteilgeometrie beeinflusst werden.
Daher wird WAAM typischerweise verwendet, um überdimensionierte Teile mit Bearbeitungszugaben herzustellen, anstatt Komponenten mit Endmaßen.
Um enge Toleranzen und hochwertige Oberflächen zu erreichen, erfordern WAAM-Bauteile fast immer eine Nachbearbeitung. Präzise Fertigungsverfahren wie die CNC-Bearbeitung sind unerlässlich, um kritische Merkmale innerhalb der spezifizierten Toleranzen zu bringen.
In vielen industriellen Arbeitsabläufen wird WAAM verwendet, um schnell einen Near-Net-Shape-Rohling zu erzeugen, und die spanende Bearbeitung wird nur auf funktionale Oberflächen, Passflächen und toleranzkritische Bereiche angewendet. Dieser hybride Ansatz reduziert Materialverschwendung und Bearbeitungszeit im Vergleich zur traditionellen subtraktiven Fertigung aus massiven Knüppeln erheblich.
Für hochkomplexe innere Merkmale oder harte Materialien können Verfahren wie die Funkenerosion (EDM) eingesetzt werden, um präzise Geometrien zu erzielen.
Die Materialauswahl beeinflusst ebenfalls die Toleranzfähigkeit. Gängige WAAM-Materialien wie Edelstahl SUS316 bieten gute Schweißbarkeit und Maßhaltigkeit, was sie für große Strukturteile geeignet macht.
Hochleistungslegierungen wie Inconel 718 können mit WAAM verarbeitet werden, aber ihr thermisches Verhalten kann zusätzliche Verformungen verursachen, die durch Prozesssteuerung und Nachbearbeitung beherrscht werden müssen.
Leichtbaulegierungen wie Ti-6Al-4V (TC4) werden ebenfalls häufig verwendet, erfordern jedoch ein sorgfältiges Thermomanagement, um die Maßgenauigkeit während des Auftrags zu gewährleisten.
Für Werkzeugbau und Hochfestigkeitsanwendungen können Legierungen wie Werkzeugstahl H13 verwendet werden, obwohl sie aufgrund ihrer Härte und Bearbeitungsbeschränkungen oft zusätzliche finishing-Schritte erfordern.
WAAM-Bauteile weisen aufgrund der schichtweisen Abscheidung von Schweißraupen typischerweise relativ raue Oberflächen auf. Daher sind Oberflächenveredelungsprozesse in den meisten Anwendungen unerlässlich.
Zusätzlich zur spanenden Bearbeitung können Behandlungen wie die Wärmebehandlung Eigenspannungen abbauen und die Maßhaltigkeit verbessern.
Für Komponenten, die in Hochtemperatur- oder korrosiven Umgebungen eingesetzt werden, können fortschrittliche Beschichtungen wie Wärmedämmschichten (TBC) die Haltbarkeit erhöhen und die Lebensdauer verlängern.
Branchen, die WAAM einsetzen, verstehen dessen Rolle typischerweise als Near-Net-Shape-Prozess und nicht als Präzisionsfertigungsverfahren.
In der Luft- und Raumfahrtindustrie wird WAAM verwendet, um große Strukturvorformen zu erstellen, die später auf endgültige Spezifikationen bearbeitet werden.
Die Energie- und Kraftwerksindustrie nutzt WAAM für Turbinenkomponenten und Reparaturanwendungen, bei denen die abschließende Bearbeitung eine präzise Passform und Leistung sicherstellt.
In der Fertigungs- und Werkzeugindustrie wird WAAM zur Herstellung großer Formen und Werkzeuge verwendet, die Finish-Operationen durchlaufen, um die erforderlichen Toleranzen zu erreichen.
WAAM-Bauteile können aufgrund der Art des Abscheideprozesses im Allgemeinen ohne spanende Bearbeitung keine engen Toleranzen erreichen. Während sich die Technologie hervorragend zur Herstellung großer, kosteneffizienter Near-Net-Shape-Komponenten eignet, bleibt die Präzisionsendbearbeitung für die meisten funktionalen Anwendungen ein notwendiger Schritt.
Durch die Kombination von WAAM mit spanender Bearbeitung und Nachbehandlung können Hersteller sowohl Produktionseffizienz als auch hohe Maßgenauigkeit in modernen industriellen Arbeitsabläufen erreichen.