Opferharze sind Photopolymere für den temporären Einsatz, die während oder nach dem Fertigungsprozess entfernt werden sollen. Sie werden zur Erstellung interner Kanäle, Kerne oder Hohlräume in Verbundteilen, beim Feinguss oder bei Werkzeugen verwendet, wobei die gedruckte Struktur später sauber aufgelöst oder ausgebrannt wird.
Stereolithografie (SLA) und Digital Light Processing (DLP) sind ideal für den Druck mit Opferharzen und bieten feine Details, glatte Oberflächen und eine Maßhaltigkeit von bis zu ±0,05 mm für temporäre Geometrien in hochpräzisen Fertigungsabläufen.
Harztyp | Harzcode | Anwendungsbeispiele |
|---|---|---|
Opferkern-Harz | SR-Core100 | Hohle Verbundstrukturen, Kanäle |
Ausbrand-Harz | SR-Burnout200 | Feinguss, Formmuster |
ISO-Norm | ISO 1172 | Ascherückstandsprüfung |
ASTM-Norm | D2584 | Messung des Verbrennungsrückstands |
Eigenschaftskategorie | Eigenschaft | Wert |
|---|---|---|
Physikalisch | Dichte | 1,05–1,10 g/cm³ |
UV-Aushärtungswellenlänge | 405 nm | |
Mechanisch | Zugfestigkeit | 25–35 MPa |
Bruchdehnung | 5–10 % | |
Härte | 80–85 Shore D | |
Thermisch/Ausbrand | Ascherückstand (ISO 1172) | <0,01 % |
Ausbrand- oder Lösungstemperatur | 600–850 °C oder 50–70 °C |
Verfahren | Erreichte typische Dichte | Oberflächenrauheit (Ra) | Maßhaltigkeit | Anwendungshighlights |
|---|---|---|---|---|
≥99 % | 3–5 µm | ±0,05 mm | Am besten für interne Opfergeometrien in Verbundwerkstoffen und beim Feinguss | |
≥99 % | 4–6 µm | ±0,05 mm | Ideal für kleine, präzise Kernstrukturen oder temporäre funktionale Formen |
Saubere Entfernbarkeit: Wählen Sie Harze, die so konzipiert sind, dass sie sauber schmelzen, sich auflösen oder verbrennen lassen mit einem Aschegehalt von <0,01 % für saubere interne Hohlräume oder Feingussformen.
Thermische vs. lösliche Formulierungen: Wählen Sie thermische Ausbrandharze für Metallgussprozesse und wasserlösliche Harze für die Entfernung von Verbundkernen oder Lab-on-Chip-Systeme.
Geometrische Komplexität: Unterstützt komplexe interne Kanäle, Gitterstrukturen oder negative Volumina, die konventionell nicht formbar wären.
Maßliche Präzision: Hält Toleranzen innerhalb von ±0,05 mm ein, was für aerodynamische Kanäle, konforme Kühlung und enge interne Wege entscheidend ist.
UV-Nachhärtung: Härtung unter 405-nm-UV-Licht für 20–40 Minuten, um die Handhabung zu verbessern und eine vollständige Polymerisation vor dem Einbetten oder Ausbrennen sicherzustellen.
IPA-Reinigung und Trocknung: Entfernen Sie überschüssiges Harz vor der Verwendung beim Gießen, beim Laminieren oder beim Einbetten in Formen.
Ausbrandzyklus oder Auflösung: Befolgen Sie präzise Temperaturrampen für thermische Harze oder tauchen Sie lösliche Varianten in ein Lösungs- oder Wasserbad.
Oberflächenversiegelung (optional): Tragen Sie eine Versiegelungsschicht auf, wenn das Harz als Kern in Verbundlaminaten verwendet wird, um ein Eindringen des Harzes während der Aushärtung zu verhindern.
Ascherückstände in Formhohlräumen: Verwenden Sie zertifizierte Ausbrandharze mit einem Aschegehalt von <0,01 % und befolgen Sie gestufte Ausbrandprotokolle, um Formschäden zu vermeiden.
Schrumpfung während des Ausbrands: Berücksichtigen Sie thermische Ausdehnung oder Schrumpfung in der Designphase; verwenden Sie gegebenenfalls Simulationen für kritische Merkmale.
Vorzeitiges Erweichen bei Laminaten: Wenn wasserlösliche Kerne in Verbundwerkzeugen verwendet werden, vermeiden Sie es, die Verformungstemperatur des Harzes vor der Entfernung zu überschreiten.
Opferharz wird häufig eingesetzt in:
Luft- und Raumfahrt & Verbundwerkstoffe: Hohlkanäle, interne Kühlkanäle, Opferkerne bei Faserlaminaten.
Feinguss: Wachsähnliche Ausbrandteile für den Präzisionsguss von Titan, Aluminium und Edelmetallen.
Medizingeräte: Lab-on-Chip-Prototypen mit eingebetteten Kanälen, Formen für chirurgische Simulationen.
Industrielle Werkzeuge: Komplexe Einsätze für Spritzguss, Strömungssimulationen und Trennlinienkonstruktion.
Fallstudie: Ein Hersteller von Verbundwerkstoffen verwendete SLA-Opferkernharz, um komplexe interne Kanäle für Kohlefaserkanäle zu drucken. Nach dem Laminieren und Autoklavieren wurde das Harz in einem 60 °C warmen Bad aufgelöst, ohne verbleibende Blockaden, was die Werkzeugkosten um 80 % senkte.
Wie hoch ist der Aschegehalt von Opferharz nach dem Ausbrennen?
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