Zähe Harze sind technische Photopolymere, die entwickelt wurden, um ein Gleichgewicht aus Festigkeit, Schlagzähigkeit und moderater Flexibilität zu bieten. Diese Materialien simulieren das mechanische Verhalten von ABS oder Polypropylen und eignen sich daher ideal für funktionale Prototypen, Gehäuse, Schnappverschlüsse und schlagbelastete Teile.
Stereolithografie (SLA) und Digital Light Processing (DLP) sind die bevorzugten Verfahren für zähe Harze und ermöglichen eine Genauigkeit von ±0,05 mm mit hochauflösenden Details und einer verbesserten Bruchzähigkeit im Vergleich zu Standardharzen.
Grad-Typ | Harz-Code | Anwendungsbeispiel |
|---|---|---|
Zähes Harz | Engineering R1600 | Schnappverschlüsse, Gehäuse, Halterungen |
Langlebiges Harz | Engineering R1800 | Scharnierteile, verschleißfeste Schalen |
ISO-Norm | ISO 527 | Messungen von Strukturharzen |
ASTM-Norm | D638 | Prüfung mechanischer Eigenschaften |
Eigenschaftskategorie | Eigenschaft | Wert |
|---|---|---|
Physikalisch | Dichte | 1,12–1,15 g/cm³ |
Wellenlänge der UV-Härtung | 405 nm | |
Mechanisch | Zugfestigkeit | 50–55 MPa |
Elastizitätsmodul | 1.800–2.000 MPa | |
Bruchdehnung | 20–30 % | |
Schlagzähigkeit (Kerbschlagarbeit nach Izod) | 45–55 J/m | |
Thermisch | Wärmeformbeständigkeitstemperatur | 45–60 °C |
Verfahren | Erreichte typische Dichte | Oberflächenrauheit (Ra) | Maßhaltigkeit | Anwendungsschwerpunkte |
|---|---|---|---|---|
≥99 % | 3–6 µm | ±0,05 mm | Ideal für Gehäuse, lasttragende Prototypen und präzise mechanische Komponenten | |
≥99 % | 4–8 µm | ±0,05 mm | Am besten für detaillierte Teile, die mechanische Leistung und Maßzuverlässigkeit erfordern |
Schlagfestigkeit: Zähes Harz ist so konstruiert, dass es Stöße absorbiert und Bruch widersteht; ideal für Falltest-Prototypen oder mechanische Testteile.
Funktionale Festigkeit: Ähnlich wie ABS trägt es mechanische Lasten und begrenzte Verformungen, nützlich für Halterungen, Schnappverschlüsse und Baugruppen.
Detailgrad und Oberflächenfinish: Liefert feine Kantendetails und eine matte Oberfläche mit wenig Nachbearbeitung – ideal sowohl für interne als auch für kundenorientierte Teile.
Druckbarkeit und Stabilität: Entwickelt für zuverlässiges Drucken mit minimalem Schrumpf und Rissbildung, was Konsistenz bei Teilen mit komplexen Geometrien gewährleistet.
UV-Nachhärtung: Erforderlich, um volle Festigkeit zu erreichen; Härtung bei 405 nm für 30–60 Minuten, abhängig von Teildicke und Geometrie.
IPA-Spülung und Stützstrukturentfernung: Entfernen Sie überschüssiges Harz mit Isopropylalkohol, gefolgt von der Ablösung der Stützstrukturen und Luft- oder UV-Trocknung.
Leichtes Schleifen und Polieren: Verbessert Ästhetik und Haptik für gehobene Verbrauchergehäuse oder Produktschnittstellen.
Kleb- oder mechanische Montage: Teile können mit Epoxidharz verklebt oder für die Montage in Prüfvorrichtungen oder Gehäusen eingepresst werden.
UV-Sprödigkeit durch Überhärtung: Vermeiden Sie eine übermäßige Nachhärtung über die Spezifikation hinaus; überwachen Sie Zeit und Intensität, um die Duktilität zu erhalten und vorzeitige Versprödung zu verhindern.
Feuchtigkeit und Lagerstabilität: Lagern Sie Harz in verschlossenen Behältern und drucken Sie Teile in feuchtigkeitskontrollierten Umgebungen, um Druckfehler und Abbau zu reduzieren.
Verzug von Teilen bei großen Modellen: Konstruieren Sie große flache Teile mit Radien oder Rippen, um Spannungen zu reduzieren. Orientieren Sie den Aufbau so, dass Überhänge und Abzugskräfte minimiert werden.
Zähe Harze werden weit verbreitet eingesetzt in:
Konsumgüter: Schnappverschluss-Prototypen, Gerätegehäuse und testbare Produktverpackungen.
Fertigungswerkzeuge: Montagevorrichtungen, Spannvorrichtungen, Halterungen und temporäre Werkzeugkomponenten.
Automobilindustrie: Leichte Innenverkleidungen, Befestigungshalterungen und Zubehörprototypen.
Elektronik: Kabelführungen, Steckergehäuse und Hardware für Funktionstests.
Fallstudie: Ein Elektronikhersteller verwendete zähes Harz im SLA-Verfahren, um ein mehrteiliges Gehäuse mit Schnappverschlüssen zu prototypisieren. Die Teile hielten über 200 Öffnungs-/Schließzyklen stand und bestanden die Maßvalidierung mit einer Toleranz von ±0,05 mm.
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