Hochtemperaturharze sind technische Photopolymere, die dafür entwickelt wurden, erhöhten thermischen Belastungen standzuhalten, Maßhaltigkeit zu bewahren und auch bei längerer Hitzeeinwirkung Steifigkeit zu liefern. Sie werden in Anwendungen eingesetzt wie Werkzeugbau, Automobil-Motorbauteile, Elektronikgehäuse und fluidführende Systeme, die eine Temperaturbeständigkeit über 120 °C erfordern.
Stereolithografie (SLA) und Digital Light Processing (DLP) sind die bevorzugten Druckverfahren und bieten eine Genauigkeit von ±0,05 mm sowie eine Oberflächenqualität, die für hochpräzise thermische oder mechanische Baugruppen geeignet ist.
Grad-Typ | Harzcode | Anwendungsbeispiele |
|---|---|---|
Hochtemperaturharz | HTM140 | Formeinsätze, Heißfluid-Verteiler |
Ultra-Hochtemperaturharz | HT200 | Thermische Vorrichtungen, Komponenten im Motorraum |
ISO-Norm | ISO 75-1 | HDT-Messung |
ASTM-Norm | D648 | Wärmedurchbiegungsprüfung |
Eigenschaftskategorie | Eigenschaft | Wert |
|---|---|---|
Physikalisch | Dichte | 1,10–1,15 g/cm³ |
UV-Aushärtewellenlänge | 405 nm | |
Mechanisch | Zugfestigkeit | 60–70 MPa |
Elastizitätsmodul | 2.800–3.300 MPa | |
Bruchdehnung | 2–4 % | |
Thermisch | Wärmedurchbiegungstemperatur (HDT) | 120–238 °C (nachgehärtet) |
Glasübergangstemperatur | ~220 °C |
Verfahren | Erreichte typische Dichte | Oberflächenrauheit (Ra) | Maßhaltigkeit | Anwendungshighlights |
|---|---|---|---|---|
≥99 % | 4–6 µm | ±0,05 mm | Ideal für hitzebeständige Formen, Elektronikgehäuse und funktionale thermische Bauteile | |
≥99 % | 4–8 µm | ±0,05 mm | Geeignet für kleine Hochtemperaturbauteile mit präziser Oberflächendefinition und Haltbarkeit |
Thermische Stabilität: Nachgehärtete Harze können HDT-Werte bis zu 238 °C erreichen, geeignet für Spritzgusswerkzeuge und funktionale thermische Bauteile.
Mechanische Integrität: Diese Harze bieten Steifigkeit und Maßkontrolle auch bei erhöhten Temperaturen und sind daher ideal für Vorrichtungen und Gehäuse in thermischen Zonen.
Nachhärtungsleistung: Die endgültigen mechanischen und thermischen Eigenschaften hängen von einer ordnungsgemäßen Nachhärtung ab – Hochtemperaturöfen und UV-Lichtsysteme sind erforderlich.
Anwendungseignung: Konzipiert für thermische Anwendungen mit niedriger bis mittlerer Belastung, nicht geeignet für schlagbeanspruchte oder dynamisch-mechanische Bauteile.
UV- und thermische Nachhärtung: Aushärten bei 405 nm + Backen bei 160–200 °C, um maximale Wärmebeständigkeit und Formstabilität zu erreichen.
IPA-Reinigung und StützstrukturEntfernung: Ungehärtetes Harz mit IPA ausspülen, dann Stützstrukturen vorsichtig entfernen, um scharfe Merkmale zu erhalten.
Bearbeitung & Bohren: Nach vollständiger Aushärtung durchführen, um Bohrungen oder Schnittstellen mit einer Toleranz von ±0,02 mm fertigzustellen.
Thermischer Spannungsabbau: Optionales Glühen kann innere Spannungen und das Verzugrisiko bei größeren Strukturbauteilen reduzieren.
Sprödigkeit bei dünnen Wänden: Scharfe Ecken vermeiden und mit Radien konstruieren, um das Rissrisiko unter thermischer Wechselbelastung zu reduzieren.
Genauigkeitsdrift nach der Nachhärtung: Leicht untermaßig drucken; kleine Ausdehnung oder Verformung während der thermischen Aushärtung einkalkulieren.
Begrenzte Duktilität: Diese Harze sind steif und hitzebeständig, nicht intended für dynamische Belastungen oder biegflexible Bauteile – verwenden Sie bei Bedarf Tough Resin.
Hochtemperaturharz wird weit verbreitet eingesetzt in:
Luft- und Raumfahrt & Automobil: Halterungen im Motorraum, Kanäle, Elektronikbefestigungen und Thermoschilde.
Werkzeugbau & Fertigung: Kleinserien-Werkzeuge, Vorrichtungen, Bohrlehren und Thermoformwerkzeuge.
Elektronik: Hochtemperatur-Isolatoren, Gehäuse und strukturelle Träger.
Fluid- & HLK-Systeme: Heißfluid-Verteiler, Rohrverbindungen und strukturelle Prototypen mit Fluidkontakt.
Fallstudie: Ein Werkzeughersteller fertigte Formeinsätze mit HTM140-Harz und härtete sie auf 200 °C nach. Die Bauteile unterstützten über 100 Spritzgusszyklen mit Toleranzen innerhalb von ±0,05 mm und ohne strukturelles Versagen.
Welche maximale Temperatur können Hochtemperaturharze nach der Aushärtung aushalten?
Kann Hochtemperaturharz für Anwendungen in der Kleinserien-Werkzeugherstellung verwendet werden?
Welche Aushärtungsschritte sind erforderlich, um die Wärmebeständigkeit dieser Harze zu erreichen?
Sind Hochtemperaturharze für fluidführende Komponenten oder Bauteile im Motorraum geeignet?
Wie genau und reproduzierbar sind Drucke mit Hochtemperaturharzen?